Kürzen der Mannschaftskabine

Der neue Lebensabschnitt unseres Sternchen Reloaded beginnt mit einem selbigen – dem Abschnitt des Fahrerhauses. Weil wir nicht vorhaben, mit einer ganzen Feuerwehrbrigade zu reisen, soll die Kabine deutlich gekürzt werden. Allerdings nicht so kurz, wie die „kurze Hütte“ auf unserem bisherigen Fahrgestell. Spielraum verschafft uns dabei der mit 3,33 m etwas längere Radstand (gegenüber 3,09 m bisher). Außerdem wollen wir den Abstand zwischen Fahrerhaus und Koffer von aktuell 24 cm auf ca. 7-8 cm reduzieren. Damit schaffen wir zusätzlichen Stauraum im Fahrerhaus, der zwar nicht so groß ist, wie bei einem klassischen Fernfahrerhaus, aber eben deutlich länger als unser aktuelles. 

Das kleine Fahrerhaus der Mercedes LN 2 (leichte Nutzfahrzeug Klasse) ist schon wirklich sehr kompakt. 

Das Mercedes Fernfahrerhaus bietet da schon deutlich mehr Raum. Das Dach ist 28 cm hoch (außen, ab Unterkante Regenrinne gemessen), der Raum hinter den Türen beträgt satte 80 cm. 

 

Das ist für unseren Geschmack eigentlich schon zu lang, weil damit natürlich noch wertvollerer Raum für eine längere Kabine verloren geht. adstand sowieso. Unter Ausnutzung aller Möglichkeiten ergibt sich bei unserer neuen Mannschaftskabine eine Länge von 48 cm ab Hinterkante der Türen. Genug Platz, um Bergeequipment, Jacken und Schuhe zu verstauen. Für uns gilt es, aus der Mannschaftskabine das Maximum herauszuholen, so dass unser bestehender Shelter mit den Kotflügeln und Stauboxen auf das neue Fahrerhaus passt. Der etwas exotische Radstand von 3,33 m resultiert aus der Tatsache, dass Mercedes die komplette Hinterachse einschließlich der Parabelfedern im Hauptrahmen um ein Lochbild weiter nach vorne versetzt hat. So hätten wir theoretisch die Möglichkeit, den Radstand auf 3,65 m zu verlängern. Aber das wollen wir gar nicht, weil wir ein kompaktes und wendiges Fahrzeug auf Reisen zu schätzen gelernt haben.
 

So macht sich das Team von 4wheel24 mit der Flex über unser neues Sternchen her, um ihm mal einen ordentlichen Herrenschnitt zu verpassen. Bei der Vermessung der Mannschaftskabine fällt auf, dass sich diese konisch von vorne nach hinten erweitert. Das erhöht den Aufwand beim Ansetzen der Rückwand an die gekürzten Seitenteile, weil die Rückwand nun über die seitlichen Ränder übersteht. 

Von der ehemaligen Feuerwehrbude ist nicht viel übrig geblieben. 

Nun wird die Rückwand wieder zusammengepuzzelt. Viel Aufwand, weil sie auf die geringere Breite des kürzeren Fahrerhauses angepasst werden muss.

Der lange und schwere Hydraulik-Hubzylinder muss einer kleinen, schlanken Lösung weichen.

Fazit zum Kürzen der Mannschaftskabine: Die Fahrzeuge mit Mannschaftskabine sind in der Regel deutlich günstiger zu bekommen, als Fahrzeuge mit kurzem Fahrerhaus oder gar Fernfahrerhaus. Ein Großteil des Gesparten geht allerdings für das Kürzen der Kabine wieder drauf. Ursache dafür ist nach hinten immer breiter werdende Fahrerhaus bei der Mercedes LN 2 Mannschaftskabine. Das erhöht den Aufwand gegenüber beispielsweise einem IVECO 90-16 bei weitem. Am Ende der Kürzung standen über 80 Mannstunden eines erfahrenen und versierten Metallbauers auf der Uhr. Bei aller Liebe zum Selbermachen hätte ich mir derlei Arbeiten niemals zugetraut. Außerdem wollen TÜV oder Dekra einen Nachweis, dass die Karosseriestabilität nicht beeinträchtigt wird. Da tut sich ein Fahrzeugbaubetrieb leichter als eine Privatperson – ganz gleich wieviel Metallbauerfahrung der mitbringt.  

In der nächsten Folge: Konzeption und Bau des Zwischenrahmens.